Einen Caravan rückwärts in eine
Parklücke oder enge Parzelle hin-
einzubugsieren ist nicht jeder-
manns Sache - schon gar nicht wenn
dabei auch noch eine enge Kurvenfahrt
ansteht. Rangierantriebe aller Art am
Caravan können hier helfen, doch sie
sind teuer und schwer. Die alternative:
Der Rangierkopf an der Autofront.

Die Rangierkugel wird vorn an der
Stoßstange befestigt und ermöglicht
leichtes Manövrieren mit dem Caravan.
Da sich der Wagen, meist leicht rechts
versetzt, im direkten Blickfeld des Fah-
rers befindet, ist der immer Herr der La-
ge. Der geringe Abstand zwischen der
Kupplung und den gelenkten Rädern er-
fordert nur geringe Lenkbewegungen,
und der Caravan schwenkt sofort nach
links oder rechts - aber Obacht: Auch
hier sind entgegengesetzte Lenkein-
schläge notwendig. Ebenfalls unverzichtbar
bleibt der Einweiser. Im toten Winkel am
Heck des Caravans und bei extremen
Knickwinkeln von Auto zur Deichsel soll-
te er - oder sie -Gefahrenstellen immer
im Auge behalten.

Wer viel Rangieren muss, ist mit die-
ser Alternative gut bedient. Sie ist
schnell angebaut, ermöglicht durch ge-
ringe Lenkwinkel auch Manöver in en-
gen Passagen und ist bezahlbar. Zum
Bedenkenträger wird nur die Stützlast.
Im Gegensatz zur Anhängerkupplung ist
eine Abschleppvorrichtung vorwiegend
auf Zug- und nicht auf Drucklast ausge-
legt. Wir empfehlen hier, 75 kg nicht zu
überschreiten.
Der Rako
lässt sich
schnell in
die Ab-
schlepp-
ösenauf-
nahme ein-
schrauben.
Neuere Fahrzeuge profitieren von der
Tatsache, dass statt einer festen Öse für
das Abschleppseil eine Gewinde für die
Abschleppöse am Bug des Fahrzeugs
angebracht ist. Hier lässt sich die Rako-
Rangierhilfe schnell und perfekt ein-
schrauben. Allerdings erfordert dies
fahrzeugspeziefische Kugeln, die aber
für die gängigsten Typen bereitstehen.
Bei Fahrzeugen mit fester Abschlepp-
öse muss ein Adapter eingebaut werden.

Je nach Autotyp kostet Rako zwischen
100 und 175 Euro. Die praktische Ran-
gierhilfe ist im guten Campingfach-
handel oder direkt bei uns erhältlich.

Mit dem
Caravan im
Blick wird
Rangieren
zum Kin-
derspiel.
Auf enge
Knickwin-
kel achten
(oben).

Den Halter schraubt man einfach
ins Schleppösen-Gewinde.
Achtung! Schleppöse und Halter
schraube haben Linksgewinde.
Kugelkopf in den Haken stecken
und mit Stift sichern.




Slipstellen, mit denen man leben muss:

Zu steil: Trotz Asphaltbahn hilft in solchen Situationen nur noch
abkuppeln und Seilwinde arbeiten lassen.
Hier geht's gut: Auf Untergrund mit
Rasengitter-Pflaster greifen die Reisemobilräder.
Gerade noch: Die Steigung dieser Slipbahn
lässt sich, weil rauh, noch bewältigen.
Das Ende: Bei Steigungen dieser Art ist es nah.
Erst recht, wenn die Bahn nass oder bewachsen ist.
Der Knüppeldamm: Der sieht zwar meist primitiv aus,
funktioniert aber bestens, wenn ein solcher Weg nicht zu
steil ausfällt.




Ohne Rangier-Kupplung nur Quälerei

Der Fahrer sieht jetzt den Trailer vor sich und kann ihn bei Vorwärtsfahrt milimetergenau dahin schie-
ben, wo er ihn hinhaben möchte.
Wie unser Test zeigt, sollte man eigentlich gar nicht mehr ohne Rangier-Kupplung trailern, denn alles
andere ist Quälerei. Diese Rangierköpfe gibt es für fast alle gängigen Reisemobile, aber auch für PKW.
Sie brauchen keine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) oder Betriebserlaubnis (BE), keine TÜV-Zulas-
sung und werden auch nicht in die Fahrzeugpapiere eingetragen. Der Hersteller erklärte uns, dass mit
diesem Gerät beim rangieren nichts passieren könne. Das können wir bestätigen; denn beim Test
machte das Ganze einen recht soliden Eindruck. Zu haben sind die Rangierköpfe bei Camping-Ver-
sandhäusern und Camping-Shops. Wenn für ein gewünschtes Modell kein Rangierkopf im Angebot ist,
kann man sich direkt an den Hersteller wenden.
(Aus Trailer-Journal Boote 10/96)